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Amselgeflüster im Gartenrohbau

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Wie sich herausstellt, ist es in der Ausbauphase gar nicht so einfach, das virtuelle Luxusmistenblättchen immer aktuell zu halten. Heute gibt es endlich mal wieder Misten-Neuigkeiten.

Mit Beginn der Estrichtrocknung tauschte der Hase seinen Akkuschrauber spontan gegen die Gartenschaufel. Mit einer Skizze im Kopf bewaffnete sich der Hase zunächst mit kleinen Holzpflöcken und einigen Metern Bindfaden und fertigte seine ganz persönliche Garten-Grobabsteckung an. Danach flitzte er mit pinkem Markierungsspray an einigen Ecken vorbei und markierte seltsame Kurven.

Man muss wissen, dass das Mistengrundstück nicht ebenerdig angelegt ist, sondern sich durch eine leichte Hanglage auszeichnet. Die Miste selber steht tiefer gelegt im Baufenster, d.h. die Stellfläche der Miste wurde auf den tiefsten Punkt des Grundstücks angeglichen, damit der Kniestock zur vorgeschriebenen Traufhöhe passte. Der restliche Teil des Geländes wurde unverändert gelassen.

Während ich mich noch mit dem Beagle kuschelnd fragte, was der Hase da wohl im Schilde führt, wurde mir eine Mistgabel unter die Nase gehalten.

"An den markierten Stellen muss die Grasnarbe entfernt werden.", erklärte der Hase grinsend.
"Was soll ich mit der Mistgabel, mein Lieber? Seit Erfindung der Dampfmaschine kann der Mensch einer Grasnarbe mit technischem Gerät entgegen treten.", erwiderte ich.
"Nein, der Bereich um die Terrasse wird manuell gestaltet. Mit einem Bagger kann ich das Gelände nicht filigran meinen spontanen Gartenplänen anpassen!".

Unter uns, ich glaube der Hase hatte eher Angst, die gerade erst errichtete Miste mit einer unkontrollierten Baggerbewegung wieder abzubauen, aber pssst.!

Also flog zunächst die Grasnarbe durch die Gegend, die der Hase zu kompostieren gedachte. Nachdem die Grasnarbe bekämpft, ich komplett fertig und um eine dicke Blase in der Innenhand reicher war, wurde die Mistgabel gegen Schaufel und Schubkarre ausgetauscht.

"Ääääh?"
"Zur Abwehr von Regenwasser und für die Gemütlichkeit der Terrasse sollen 2 Stufen bis zum Grundstücksende entstehen, die jeweils von einer Trockenmauer verziert werden. Schaufeln Sie meine Liebe, schaufeln Sie!!!"

Während ich mir das abzutragende Gelände anschaute und missmutig mit der Schaufel dem Lehmboden entgegentrat, fiel mir eine Amsel auf, die unser Treiben wohl sehr interessant fand. Als Huhn entwickelt man selbstverständlich direkt einen stillen Kontakt mit artverwandten Federträgern. Als ich der Amsel mein Leid klagte, wurde ich jedoch schlagartig uninteressant. Das Umgraben der Erde offenbarte ihr sozusagen ein Schlaraffenland in dem sie sich ungehindert der Völlerei mit Würmern, Käfern und sonstigem Getier hingeben konnte. Fortan war der grabende Hase der engste Verbündete der kleinen Amsel.

Im hinteren Teil des Gartens modellierten wir derweil ein Modell der Alpen aus ausgebuddeltem Lehm. Froh die Schaufel gegen einen gemütlichen Schreibtisch und Bürostuhl eintauschen zu können, verließ ich glücklich die Baustelle für arbeitsbedingte 4 Tage.

Am zweiten Tag der Abwesenheit erreichte mich ein Bild, auf dem die Geländegestaltung sehr weit fortgeschritten war und die Stufe Nr.1 fertig in der Sonne erstrahlte. Wie hatte er das geschafft? Wurde etwa eine Maulwurfsbrigade beauftragt oder eine heimliche Erdsprengung durchgeführt? Wie sich herausstellte, stieß der Hase kurz vor Ende der ersten Stufe auf Beton. Soviel Spinat hatte er dann doch nicht gegessen, dass er wie Oblix Hinkelsteine durch die Gegend tragen könte. Also musste kurzfristig doch technische Unterstützung her. Die zweite Stufe wurde im Anschluss wieder mit der Schaufel modelliert.

Am Ende der Gartenarbeiten, wurden 2 Bigpacks Grasnarbe dem nahegelegen Kompostierer übergeben, 5 cbm Erde im hinteren Bereich der Miste verteilt und weitere 5 cbm Erde in einen Container geschüppt.

Mit Fertigstellung des Gartenrohbaus, war auch die Luftfeuchtigkeit in der Miste so weit gesunken, dass der Hase nahtlos die Schaufel gegen Gipseimer und Kelle tauschen konnte. Ein Mann für alle Fälle, das Löffeltier.

 

 

Mistenausbaupaket 1: Verspachtelung
Neues von der Miste: Außenansicht
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