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Küchenfenster mit 280 km Aussicht

FertighausweltLiebeste von mir vernachlässigte Leserschaft,

obwohl sich der Hase aufs schärfste über meine Blog-Schreibfaulheit beschwerte, suchte ich bis heute vergebens ein Thema, das lustig und wichtig genug für einen huhnischen Beitrag ist. Profane Themen wie diese amtlichen Dinge des Hasen werden in meiner Feder nur noch trockener, also habe ich dieses Themenfeld gelungen ignoriert und dem Hasen überlassen.

Nachdem dieser nach persönlicher Übergabe der Bauanzeige anschließend mit merklich entspannterem Kopf wieder in der Mietmiste auftauchte,habe ich mich einer wohlverdienten Erholungsphase auf der heimischen Couch hingegeben und von dort aus in weiteren Küchenstudios telefonisch diverse Terminvereinbarungen getätigt.

Besonders angetan von der Empfehlung eines gewissen Herrn Werner vom lokalen Fernsehsender  TV-B, der dort die Sendung Ars Vivendi moderiert, rief ich im Küchenmarkt Böhmke an. Herr Werner machte bei seiner Küchenstudioempfehlung allerdings so groteske Verrenkungen, dass der Hase nach Sichtung dieses filmischen Meisterwerks mit dem schlimmsten rechnete. Herr Werner, bewaffnet mit einem langen Mikrofon, legt sich permanent schief von der Seite ins Bild – wohl um seine Zuseherschaft zu erschrecken – und artikulierte überflüssige Bildbeschreibungen. (Der besagte Kurzfilm ist noch heute auf der Homepage zu bewundern!)

Das Musterhaus Küchenfachgeschäft Küchen Weiss, das ich als nächstes kontaktierte, liegt sozusagen vis-à-vis der baldigen Luxusmiste in Dallgow. Küchentreff Leue aus Falkensee wurde als weiteres in der Nachbarschaft ansässiges Küchenstudio kontaktiert. Bei diesen 3 Küchenplanungsgespächen, die im übrigen allesamt wirklich sehr erfreulich waren, bemerkte ich beim Hasen eine mir bis dato noch unbekannte Küchenunsicherheit, die sich wohl von mir unbemerkt im Magen des Bauherren ausgebreitet hatte.

Ursprung dieser Planungsunsicherheit scheint das 3 Meter lange und 85 cm hohe Fenster, das mit einer Brüstungshöhe von 1,38 Meter unsere zukünftige Küche mit Tageslicht versorgen soll. Sobald der Küchengrundriss im Planungsgespräch gezeichnet wurde, hörte ich „Ob das Fenster so bleibt, dass wissen wir noch nicht.“ Hier musste ich also noch mal genauer nachhaken. Es stellte sich dann heraus, dass nach hasischer Vorstellung durch dieses Fenster die Chance auf eine gewisse Turnhallenromantik in der Küche bestehen könnte.

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Bestärkt wurden diese Zweifel durch ein im Fingerhaus Forum aufgefundes Bild des Neo, das in der frisch eröffneten Wuppertaler Fertighauswelt aufgestellt ist. Hier befindet sich über der Wohnzimmercouch ein Lichtband, das nicht den Stilvorstellungen des Hasen entspricht, aber wohl eines dieser 3 Meter Fenster darstellen soll. Um nicht nach der Hausstellung einen Schock zu bekommen, griff der Hase zum Telefon, um herauszufinden, ob das Wuppertaler Lichtband das gleiche Modell ist, das die Küche der Luxusmiste erhellen sollte.

Bisher gingen wir davon aus, dass das Mistenfenster der Variante im Hannoveraner Neo-Musterhaus entspricht.

Im Laufe der Telefonate wurde der Hase dann aber zusätzlich über die Brüstungshöhe irritiert, von Fenstergrößen verwirrt und von mir terrorisiert. Endlich war es soweit, der Hase wurde von einem mir altbekannten Problem geplagt, der theoretischen räumlichen Vorstellungskraft! Kalender aufgeschlagen und ein dickes rotes Kreuz hineingesetzt. Die Frage, ob Hasen beim Möhrchenwaschen in der Spüle noch aus dem Fenster sehen können, ohne dass sie eine kleine Trittbank benötigen, um das Geschehen auf der anderen Straßenseite beobachten zu können, konnte nur durch eine praktische Anschauung beantwortet werden. Wir mussten nach Hannover .

Normale Menschen würden wohl vor der Unterzeichnung eines Hausbauvertrages in einen 280km entfernten Musterhauspark fahren, um sich die gewünschte Modellvariante anzuschauen. Wir sind aber nicht normal, sondern Hase, Huhn und Beagle und bauen uns eine Luxusmiste. Wir haben uns für das Neo entschieden, ohne jemals zuvor ein Neo von innen gesehen zu haben.

Bei der Neowahl machte die Treppe den Unterschied – der Hase bestand auf eine gerade Treppe. Praktisch veranlagt, wie er nun einmal ist, erklärte er mir, dass eine gerade Treppe im Alter einige Vorteile gegenüber einer gewedelten Treppe hätte. Die endgültige Entscheidung für das Neo war letztlich dem Budget geschuldet.

Unserem morgenmuffeligen Hund zum Trotz, den man eigentlich besser erst ab Mittags anspricht, war am Mittwoch um 9.00 Uhr Morgens Abreise. Gegen 11.30 trafen wir in der Fertighauswelt ein, zahlten 5 Euro Eintritt und besetzten das Neo. Zollstock gezückt, vermessen und probegesessen, perfekt, eine Fensterumplanung war nicht notwendig und die Fensterreise nach Hanover beinahe überflüssig.

Der freundliche Fingerhausberater Herr G. spendierte uns einen köstlichen Kaffee und beantwortete dem Hasen noch die eine oder andere Frage, die sich in der letzten Zeit aufgestaut hatte. Neubauschwelle, Dreh-Schiebefenster als Terrassentür, doppelte Beplankung des Dachgeschosses mit Rigips und über eine zusätzliche Schallisolierung gegen Aussenlärm. Ich interessierte mich eher für die Vitovent-Belüftung, die platzsparender im Hauswirtschaftsraum untergebracht werden kann, als das von uns geplante Zehnder Gerät. Dieses darf nämlich angeblich nicht direkt neben der Vitocal Wärmepumpe platziert werden.

Küchenfenster

Beagle Theo fühlte sich mit fortschreitender Zeit übrigens im Neo so wohl, dass er das Haus gegen alles Eindringlinge zu verteidigen versuchte. Besucher, die durch den Garten schlichen, wur

den mit Gebell angezeigt und potentielle Fingerhauskunden mit giftigem Knurren verjagt. Nachdem alle Fragen beantwortet waren, gingen wir noch einmal durch den Park und waren uns nach der Besichtigung der anderen Häuser einmal mehr sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Nach einem ausgedehntem Spaziergang im Hannoveraner Georgengarten mit Hundewiese und einem leckeren Essen im Street Kitchen quälten wir uns durch den Hannoveraner Stadtverkehr zurück auf die Autobahn nach Hause. Die Verkehrssituation scheint in Hannover übrigens fast noch schlimmer zu sein als in Berlin, wir benötigten fast 1 Stunde für den 7,5 km Weg zur Autobahn. Nach einer staureichen Heimreise stand fest:

Das Fenster bleibt und die Küchenplanung kann in die nächste und hoffentlich letzte Runde gehen.

 

Baufreigabe, Prüfstatik und Heizungsversorgung
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