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Mistenerwärmung – ein Drama in 3 Akten (Teil II)

Heizung1Werte Leserschaft,

eins vorweg, ich bin jedem Haubau-Blogger dankbar, der mich mit detaillierten Informationen zu bestimmen Entscheidungsfindungen versorgt. Deshalb möchte ich meine huhnischen Hirnwindungen zum Thema Heizung nun ebenfalls zugänglich machen. Es sei aber vorsichtshalber darauf hingewiesen, dass die Informationen im folgende Artikel lediglich die hasische und huhnische Meinung zum Thema energetische Energiebilanzierung und Heizanlagen des eigenen Eigenheims widerspiegelt.

Ausserdem fließen bei meinen Berechnungen die grundstücks- und ortsspezifischen Werte mit ein, diese können sich von anderen Bauvorhaben erheblich unterscheiden. Experten werden beim Lesen des Textes eventuell das eine oder andere mal mit dem Kopf auf die Tischplatte schlagen. Meine lieben Experten, es ist mir völlig egal!

Die Firma Fingerhaus hat den Hasen bei unseren vielen Fragen beraten und mit Informationen versorgt. Vielen Dank an dieser Stelle an Frau A. und Herrn B. aus der Abteilung Haustechnik der Firma Fingerhaus.

 

HeizungErdeDie Erdwärmepumpe

Das non-plus Ultra der energetischen Beheizung, so dachte zumindest ich bis vor wenigen Wochen. Man buddelt ein tiefes Loch in den Boden, greift die im Inneren der Erde vorherrschende Temperatur ab, transferiert diese in die heimische Wärmepumpe und versorgt damit den glücklichen Hausbewohner mit wohliger Wärme und warmen Wasser. Wie die Temperaturverhältnisse in 90m Tiefe tatsächlich sind, darüber dachte ich nicht weiter nach. Auch dachte ich nicht darüber nach, wie groß der Temperaturunterschied ist, den eine Wärmepumpe zwischen Erde und Haus wegpumpen muss. Für mich war klar, dass das ganze funktionieren wird, weil es ja vom Fertighausbauer mit energetischem Sachverstand als Paket angeboten wird.

Da bei uns im Mistengrund leider nur bis 25 Meter tief gebohrt werden darf, musste eine Planänderung her. 6 bis 10 Löcher à 25m, so wurde uns vermittelt, können die gleiche erergetische Leistung erbringen wie 1 Loch von 90m Tiefe – aha. Da diese 6 bis 10 Löcher aber zu kostenintensiv würden, dachte ich schon, der Traum der zukunftssicheren Erdwärme sei ausgeträumt. Dann kam der Hase mit den Informationen über die Koaxialsondentechnik um die Ecke. Im Internet erfuhr ich über die besondere Arbeitsweise dieser Koaxialsonden und über Schrägbohrverfahren, die einen unglücklichen Hausbesitzer mit Bohrmeterbeschränkungen im heimischen Garten wieder glücklich machen konnten.

Gleichzeitig erfuhr ich allerdings auch, dass die richtige Dimensionierung einer Sondenanlage für die Heizungsleistung einer Erdwärmepumpe unabdingbar war. Kurz darauf  flatterte uns ein Angebot ins Haus, das 1,7 kW pro Koaxialsonde versprach und nur 3 Sonden notwendig seien, um die Luxusmiste mit Erdwärme ausreichend zu versorgen. Ich verwirrte zusehends, verwendet man also andere Sonden oder bohrt man schräg, dann holen also 3 schräge Löcher die gleiche Wärme aus dem Boden wie 6 senkrechte kurze Löcher oder ein 90m langes Loch.

Diese Versprechungen erschienen mir zwar auf den ersten Blick nicht wirklich logisch, aber ich bin auch kein Sondenexperte. Da ich aber mitlerweile nicht mehr gewillt war, mich nur auf den Rat anderer zu verlassen, blieb mir nichts anderes übrig, als diese Werte selbst zu recherchieren. Schnell verstand ich, dass eine genaue Heizlastberechnung notwendig war, um bemessen zu können, wie viel kW dem Mistenboden für unsere Heizung entzogen werden müssen. Alles was unter diesem Wert liegt muss mit Strom nachgeheizt werden. Im Prinzip ist es ganz einfach – möchte der Hase morgens 4 Eier zum Frühstück essen, die Henne ist aber nur in der Lage 3 Eier zu legen, muss 1 Ei täglich nachgekauft werden. Hier sind wir beim Prinzip der Jahresarbeitszahl einer Wärmepumpe. (Eine JAZ von 4  bedeutet ca. 75% Wärme kommt aus der Erde, ca. 25% muss zugekauft werden in den kalten Wintertagen.) Die Nachkaufzahl bestimmt dann am Ende die Stromrechnung.

Weder kannte ich unsere Heizlast noch unseren Wärmebedarf. Ich hatte auch keine Ahnung, wie ich denn nun feststellen könnte, welche Leistung denn tatsächlich mit einer Koaxialsonde aus dem Boden gewonnen werden kann. Ausserdem konnte mir niemand sagen, was wohl passiert, wenn die 3 angepriesenen Sonden am Ende doch zu schwach auf der Brust sind, um unserem Mistenboden ausreichend Wärme zu entziehen.

Bei der Erdwärme handelt es sich ohnehin schon um die Heiztechnik mit den höchsten Investionskosten und in unserem Fall kommt dann noch die Unsicherheit der zusätzlichen Bohrungen mit den damit verbundenen Mehrkosten hinzu.

Von der Technik her gesehen ist die Koaxialsonde zwar wartungsfrei, das Gerät im Haus allerdings nicht. Hat die Pumpe ein Problem, muss ein Kältetechniker gerufen werden, der sich mit diesem speziellen Gerät auskennt. Zusätzlich zur Wärmepumpe wollen wir ausserdem eine kontrollierte Be- und Entlüftung haben, um nicht beim Aufreißen der Fenster für die Frischluftzufuhr die erzeugte Wärme wieder nach draußen zu jagen.

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Auszug aus dem huhnischen Rechnungsblatt für Erdwärmepumpen:  Der Stromtarif mit 21Cent pro kW ist ein Mittelwert zwischen Wärmepumpentarif und normalem Hausstromtarif; eine Wärmepumpe sollte sich aber eigentlich vorsichtshalber auch ohne subventionierten Tarif rentieren.

Investitionskosten gesamt 24.650,00 €:

  • Aufpreis zur Standardheizung: 12.950,00 €
  • Be- und Entlüftung: 6.700,00 €
  • zusätzliche Bohrkosten: 5.000,00 € (nicht eingerechnet ist die Entsorgung des Bohrgutes)

huhnische Schätzwerte zu den jährlichen Betriebskosten inkl. Rücklagen: 1.180,00 €

  • Stromtarif: 0,21 €
  • Kilowattverbrauch pro Jahr: 3.000 kW
  • Rücklagen für Ersatz: 500,00 € (hier kenne ich keine Lebenserwartung der Wärmepumpe, ich bin von 20 Jahren ausgegangen, dann wäre auch ein Kühlschrank hinüber, Preis für Neukauf 10.000,00 €)
  • jährliche Wartungskosten 50,00 € (habe die Wartungskosten extra 150,00 € günstiger gemacht als bei Gasbrennwert s.u.)

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HeizungLuftDie Luftwärmepumpe

Hier wird nicht der Boden sondern lediglich die Außenluft zur Wärmeerzeugung verwendet. Man kühlt die Aussenluft und heizt mit der Abwärme seine Hütte – wunderbar. Es klingt sozusagen wie ein Gegenkonzept zur allgemeinen Erderwärmung in der Klimakatastrophe. Wir leben in Brandenburg und mit einem statistischen Auslegungstemperatur von -14 °C bis -16°C sollen dann im tiefsten Winter innen wohlige 21°C erzeugt werden. D.h. die Wärmepumpe muss also an kalten Tagen mal locker einen Temperaturunterschied von 35°C überbrücken. Und das soll mit Strom energetisch sinnvoll funktionieren?

Während meiner Recherche nach Erfahrungswerten stieß ich häufig auf begeisterte Luftwärmepumpenbesitzer, die Zahlen von 3000 bis 3.5000 KW präsentierten. Ich stieß aber auch auf eine Studie des Fraunhofer Institutes in denen Luftwärmepumpen weit weniger gut wegkamen als Erdwärmepumpen. Hier war eine JAZ von 3 keine Seltenheit. Dabei läuft eine Wärmepumpe überhaupt erst dann wirtschaftlich wenn die JAZ von 3 überschritten wird.

Unweigerlich befassten wir uns mit der Stromversorgung. Heute gibt es wunderbare Wärmepumpentarife, diese erfordern dann zwar einen eigenen Zähler und dieser wiederum eine eigene Zählergebühr, aber neben der zusätzlichen Grundgebühr für den Stromtarif ist die verbrauchte kWh günstiger zu haben. Der Stromanbieter darf aber Sperrzeiten einführen und den Wärmepumpen bei Bedarf einfach mal den Strom abdrehen. Schnell hatte ich dann folgendes Szenario vor Augen, denn abertausende Haushalte werden gerade mit der wunderbaren Luftwärmepumpentechnik energetisch versorgt.

Wir schreiben das Jahr 2021 und der letzte atomare Brennstab in Deutschland ist zum Glück in den Ruhestand geschickt worden. Es ist Winter und 17.30 Uhr, Familien kommen nach Hause, schalten ihre Lichter, Fernseher, Computer, Kaffeemaschinen und Induktionskochplatten an. Der eine nimmt eine Dusche, der andere freut sich auf eine heiße Badewanne, im Wohnzimmer soll es muckelig warm werden und die Wärmepumpen pumpen vor sich hin. Dann bleibt plötzlich in der Nordsee ein Windrad stehen. Die Stromversorgung zu dieser Spitzenzeiten wird knapp oder bricht ganz zusammen. Was macht man dann wohl als erstes, Wärmepumpen aus und dreckigen Atomstrom aus dem Ausland zugekauft. Wer wird für all das dann wieder geradestehen? Die Industrie jedenfalls nicht. (Um direkt alle Zweifel aus dem Weg zu räumen, ich bin gegen Atomkraft und für die Energiewende hin zu erneuerbaren Energien!)

Befasst man sich noch etwas weiter mit speziellen Stromtarifen erinnert man sich evtl. an die historischen, asbestverseuchten Nachtspeicheröfen. Auch hier hatten es spezielle Nachtspeichertarife geschafft, dreckigen Braunkohlestrom in saubere günstige Heizungswärme zu verwandeln. Dann wurden diese Tarife einfach abgeschafft und die Nachtspeicheröfen nach und nach als kostspieliges Überbleibsel im Sondermüll entsorgt. Über die Abschaffung der Wärmepumpentarife wird ebenfalls schon länger immer mal wieder diskutiert. Im Hinblick auf diese Historie sollte man die Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe also vor allem auch mit dem normalen Hausstrom-Tarif rechnen. Aber Vorsicht, nicht jeder Stromanbieter lässt auch Wärmepumpen im normalen Tarif zu.

Die Luftwärmepumpe ist also kostengünstiger in der Anschaffung und hat sogar noch eine kontrollierte Be- und Entlüftung „on Board“. Die Luftwärmepumpe ist aber bei kalten Aussentemperaturen unwirtschaftlicher im Betrieb und auch hier muss ein spezieller Kältetechniker zur Reparatur kommen, der sich mit der installierten Anlage auskennt, wenn es mal zu Problemen kommt.

Über die Lebenserwartung eines solchen Gerätes konnte ich nicht viel im Internet finden, außer dass ein Kompressortausch nach einer gewissen Zeit wohl unabdingbar wäre. Über die Fragestellung der Lebenserwartung von Wärmepumpen hatte ich mir zum Zeitpunkt des Hauskaufs im Übrigen auch keinerlei Gedanken gemacht. Innerlich bin ich wohl von „mein Leben lang lebt auch die Wärmepumpe“ ausgegangen. Nach all den neuen Erkenntnissen über Wärmepumpen wollte es der Hase aber jetzt ganz genau wissen und hat direkt beim Hersteller angerufen und mal ganz blöd nachgefragt. Die erstaunliche Antwort eines Herstellers von Luftwärmepumpen war: „Gehen Sie mal davon aus, dass die Pumpe im Schnitt nach 8 bis 12 Jahren einen wirtschaftlichen Totalschaden haben wird.“

Wäre das wirklich so, müssten jährlich Rücklagen in Höhe von 1.000 € gebildet werden, um nicht in 12 Jahren im Kalten zu sitzen. Diese Rücklagen werden vorsorglich mit in die jährlich zu erwartenden Heizkosten mit aufgenommen. (Rücklagen rechne ich für alle Heiztechniken ein, um für mich eine bessere Vergleichbarkeit zu erzielen, denn auch die Wiederbeschaffung ist ein nicht unerheblicher Kostenfaktor.)

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Auszug aus dem huhnischen Rechnungsblatt für Luftwärmepumpen: Der Stromtarif mit 21Cent pro KW ist ein Mittelwert zwischen Wärmepumpentarif und normalem Hausstromtarif; eine Wärmepumpe sollte sich aber eigentlich vorsichtshalber auch ohne subventionierten Tarif rentieren.

Investitionskosten gesamt 13.950,00 €:

  • Aufpreis zur Standardheizung: 13.950,00 €
  • Be- und Entlüftung: 0,00 € (ist enthalten)

huhnische Schätzwerte zu den jährlichen Betriebskosten inkl. Rücklagen: 1.890,00 €

  • Stromtarif: 0,21 €
  • Kilowattverbrauch pro Jahr: 4.000 kW (-> 1000kW mehr als Erdwärme hielt ich für eine realistische Schätzung, auch wenn sie nur 3000kW benötigte bleiben die hohen Rücklagen)
  • Rücklagen für Ersatz: 1000,00 € (12 Jahre Lebenserwartung, Preis für Neukauf 12.000,00 €)
  • jährliche Wartungskosten 50,00 € (habe die Wartungskosten extra 150,00 € günstiger gemacht als bei Gasbrennwert s.u.)

Betriebskostenvergleich zur Erdwärme

  • 10.700,00 € Ersparnis bei den Investitionskosten
  • 710,00 €  höhere Betriebskosten inkl. Rücklagen als bei Erdwärme
  • die Investitionskosten der Erdwärme hätten sich nach 15 Jahren rentiert
  • hätten beide Wärmepumpen die gleich Lebenserwartung und damit die gleiche Rücklagenhöhe, dann würde sich die Erdwärme bei uns erst nach 51 Jahren rentieren

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HeizungKraftDie fossile Heizenergie – Erdgas

„Erdgas kommt für mich überhaupt nicht in Frage!“ Begründen konnte ich meine Meinung allerdings nie, außer damit, dass fossile Brennstoffe etwas für alte Leute sind. Ich wollte hipp und energetisch einwandfrei sein.

Der Vorteil eines fossilen Brennstoffes und jahrelang bewährter Heiztechnik ist allerdings ein sehr kalkulierbares Risiko. Man weiß, wie Gasheizungen funktionieren, denn Gasthermen laufen seit Jahrzehnten und sie wurden stetig verbessert. Und was man nicht vergessen darf, sitzt man in einem hochgedämmten Haus, ist der zu erwartende Gasverbrauch einer neuen Gasbrennwerttherme auch sehr viel geringer als man ihn von alten Gasetagenheizungen in ungedämmten Altbauhäusern gewöhnt ist.

Natürlich könnte Herr Putin uns einfach das Gas abdrehen. Ja, das stimmt, aber wird Deutschland in absehbarer Zeit jemals ohne Gasversorgung dastehen? Ein Szenario, das in der Tat schwer vorstellbar ist oder würden Stromkonzerne sonst heute wirklich moderne Gaskraftwerke bauen? Ein anderes Szenario, dass aber in meinen Augen eher vorstellbar ist, ist der aktuelle Wärmepumpen-Hype, den die Bundesregierung vermutlich getrieben von der Strom-Lobby gerade betreibt. Dabei wird eine Wärmepumpe, von ihrer Herstellung mal ganz abgesehen, auch nicht energetisch einwandfrei betrieben. Eine Wärmepumpe zieht aktuell wohl eher billigen Strom aus Kohle und Atomkraft, denn wirklich sauberer Ökostrom wird wohl kaum zu so günstigen Tarifen zu finden sein. Hier müsste man dann einen Öko-Strom-Anbieter finden, der keinen bösen Strom zukauft und der nachweislich mit keinem Stromkonzern zusammenarbeitet, der bösen Strom erzeugt. Den Aufwand einen ökologisch einwandfreien Wärmepumpentarif zu finden, habe ich aber erstmal nicht betrieben.

Wer rechnet ernsthaft damit, dass der Strompreis in Deutschland in den nächsten Jahren stabil sein wird? Derzeit steigt er und warum sollte die Energiewende daran etwas ändern? Sinken wird der Strompreis – auch mit der nächsten Änderung des Erneuerbare Energien Gesetz – in Zukunft meiner Meinung nach nicht. Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach wird für den normalen Hausbesitzer auch systematisch unattraktiv gemacht. Und die heute verfügbare Akkutechnik zur Stromspeicherung ist teuer und noch nicht ausgereift.

Die niedrigsten Investionskosten hat eine Gasheizung. Sie hat aber auch die längste Lebenserwartung. Wir sind jetzt knapp über 40 Jahre alt und werden wohl noch ca. 40 Jahre heizen. Mit welcher Begründung soll ich in eine  Heiztechnik investieren, deren Folgekosten ich heute nicht abschätzen kann. Im Fall einer Reparatur kann die Gasbrennwerttherme jeder Heizungsinstallateur auf der Welt reparieren, die Technik ist überall gleich.

ZusamHeizungSonnemen mit der Gasheizung installiert uns Fingerhaus noch eine Solaranlage zur Warmwasseraufbereitung auf dem Dach. Sie ist im Paket enthalten und kostet nichts extra. Den KfW55  Standard können wir auch mit der Gasheizung, der Solarthermie und der kontrollierten Be- und Entlüftung halten. Letztere hatten wir bei der ursprünglichen Erdwärmeheizung sowieso mit eingeplant. Auch mit der Gasheizung kann eine Fußbodenheizung betrieben werden, die mit 35°C Vorlauftemperatur funktioniert. Sollte ich also mit meinen Gedanken völlig daneben liegen, könnte ich in Zukunft immer noch auf eine Wärmepumpe wechseln.

Nach der Abwägung aller Kosten für Heizung und Wartung, aller Risiken, Gas- oder Strompreiserhöhungen und allem was einem Hühnerhirn in den Sinn kommt, wenn es erst einmal in Fahrt gekommen ist, haben wir uns jetzt für eine Erdgas-Heizung entschieden. Die Gasheizung ist für uns zur Zeit die stabilste Alternative. Und auch wenn wir in ein paar Jahren feststellen sollten, dass wir völlig daneben gelegen haben, wird sich mein Ärger wohl in Grenzen halten, denn mehr recherchieren, hin und her überlegen und vor und zurück rechnen und denken, konnte ich aus heutiger Sicht nicht tun.

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Auszug aus dem huhnischen Rechnungsblatt für Gasheizungen:

Investitionskosten gesamt 13.632,00 €:

  • Aufpreis zur Standardheizung: 4.909,00 €
  • Be- und Entlüftung: 6.700,00 €
  • Anschlusskosten Gas: 2.023,00 € (Gas liegt bereits auf dem Grundstück)

huhnische Schätzwerte zu den jährlichen Betriebskosten inkl. Rücklagen:.1.340,00 €

  • Gastarif: 0,07 €
  • Kilowattverbrauch pro Jahr: 12.000 kW
  • Rücklagen für Ersatz: 150,00 € (20 Jahre Lebenserwartung, Preis für Neukauf 3.000,00 €)
  • jährliche Wartungskosten für Schornsteinfeger und Gasbrennwerttherme 200 €  (höchstwahrscheinlich zu hoch)
  • Stromkosten für Gasbrennwertherme: 60,00 €
  • Grundgebühr Gaszähler: 90,00 € (Durchschnittswert)

Betriebskostenvergleich zur Erdwärme

  • 11.018,00 € Ersparnis bei den Investitionskosten
  • 160,00 €  höhere Betriebskosten inkl. Rücklagen als bei Erdwärme
  • die Investitionskosten der Erdwärme hätten sich nach 69 Jahren rentiert, ich lebe dann großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr

Betriebskostenvergleich zur Luftwärme:

  • kann direkt entfallen, die Gasbrennwerttherme ist 318,00 € günstiger in der Anschaffung und 140,00 € günstiger im Betrieb inkl. Rücklagen
  • in diesem Szenario könnte der Gaspreis um 4,5 Cent pro Kilowattstunde steigen, bei konstantem Strompreis, bis die Luftwärmepumpe die Nase vorn hätte.

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Natürlich spiegeln die Informationen in diesem Artikel nur unsere ganz persönliche Meinung wider, zu der wir am Ende aller Recherchen gekommen sind. Ich möchte aber dennoch noch einmal darauf hinweisen, dass wir niemanden davon überzeugen möchten, eine Gasheizung sei jetzt in jeder Hinsicht die beste Heizform. Für uns ist sie es, aber ich verstehe auch weiterhin immer noch jeden, der sich für eine andere Alternative entscheidet.

 

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4 Responses

  1. Christian
    |

    Sehr toller Bericht, ich glaube da können viele noch etwas von lernen. Kleine Details sehe ich anders, aber unter euren Voraussetzungen hätte ich auch Gas gewählt. Bei uns würden der Gasanschluss ca. 4000-6000€ kosten, da war der Aufpreis für Erdwärme nicht mehr ganz so hoch 🙂 Außerdem habe wir keinen Platz im HWR für den Speicher der Solarthermie.

    • Herr Hase
      |

      Hallo Christian,

      danke für das Lob und den tollen Kommentar. Die Wahl der richtigen Heizung und das Thema Wärmepumpen ist ein so komplexes Thema, da kratzt unser Artikel gerade mal an der Oberfläche. Es lohn sich aber sicher für jeden der ins Eigenheim will sich mit diesem Thema intensiver zu befassen als wie wir zu Anfang.

      Viele Grüße
      Der Hase (Michi)

  2. Denise
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    Tolle Zusammenfassung!
    Rein aus Investitionsgründen hätten wir uns auch für Gas entscheiden müssen.
    Allerdings wäre es bei uns nur mit einem Gastank gegangen und das wollten wir nicht. Erdwärme erschien uns in einem inaktiven Vulkangebiet auch ein wenig zu unsicher und somit blieb nur die LWP übrig..

    • Herr Hase
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      Danke, ich hatte auch mal kurz über einen Tank im Garten nachgedacht, diese Idee aber schnell wieder verworfen. Flüssiggas ist zum einen teurer und dann ist wo ein Gastank ja nun auch kein wundervolles Deko-Element im Garten. 🙂

      Viele Grüße
      Der Hase (Michi)

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