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Pimp my Miste: Planungsgespräch mit dem Architekten

LuxusmisteNr7Wieder einmal endeten meine luxuriösen Hühnerträume mit einem nervenden Rappeln des Weckers.

Vor diesem mir heute bevorstehenden Tag fürchtete ich mich jetzt schon seit Wochen. Am heutigen Tag fand die Misten-Pimpung statt und deshalb erwarteten der Hase und ich am frühen Morgen die Ankunft unseres Architekten Herrn B. in der Mietmiste. Ich befürchtete aber schon seit Tagen, dass der gute Mann die huhnisch-hasigen Räumlichkeiten heute entweder völlig wahnsinnig oder getragen von einem Bestatter wieder verlassen haben könnte.

Der Grund für diese Befürchtung liegt in meiner nicht vorhandenen räumlichen Vorstellungskraft, die gepaart mit einer inexistenten „Entschlussfreudigkeit“ einem vernünftigen Planungsfortschritt für die Luxusmiste entgegensteht. Nachdem wir aber zwischenzeitlich alle Vorbehalte im Werkvertrag ausgeräumt hatten, gab es nichts mehr, das mich vor diesem Termin hätte retten können.

Dem Hasen hatte ich vorsorglich eine Packung Baldriantabletten unter das Frühstücksmüsli gemischt. Kurzfristig hatte ich auch darüber nachgedacht, unseren Kaffee gegen die koffeinfreie Variante auszutauschen, aber dann fiel mir ein, dass der arme Herr B. ja in aller Hühnerfrühe, morgens irgendwo in Brandenburg losgefahren sein musste und ein starker Kaffee da sicherlich nicht schaden kann. Nicht dass hier am Ende noch alle am Tisch eingeschläfen wären und ich die Planung hätte alleine machen müssen.

Herr B. platzierte ein wirklich sehr großes Notebook auf unserem Tisch und öffnete ein „Pimp my Luxusmiste-Programm“. Das erste was ich danach auf dem Bildschirm sah, war ein Bild eines Kastens mit Dach dessen Ausstrahlung alles andere als Luxusmisten-konform war. Gedankenversunken rührte ich in meinem Kaffee und dachte darüber nach, welcher Trottel von Entwickler das Startbild seines Programm wohl mit so einem hässlichen Ding versieht.

Dann drangen die Worte von Herr B. in mein Bewusstsein, mit denen er dem Hasen erklärte, dass sein Pimp-Programm auch in der Lage sei, die Außenfronten des Hauses mit den Fenstern originalgetreu wiederzugeben. Das nächste, das in meinen Denkapparat vordrang, waren die freundlichen Hinweise, dass dieses Bild keineswegs das von den Pimp-Programm-Entwickler ausgewählte Startbild war, sondern die Westfront unserer Luxusmiste. Vor Schreck spuckte ich leise aufschreiend in meine Kaffeetasse. Noch während des Programmladevorgangs wähnte ich mich noch im in trügerischer Sicherheit, heute nur die Innenwände der Miste zu verschieben, jetzt wusste ich das wir die Miste heute eigentlich erst von Grund auf planen müssen.

Wir begannen das Beratungsgespräch mit der Neusortierung der Fenster, wobei sich herausstellte, dass der Hasenkopf zumindest fenster-mäßig heute keine innovativen Ideen hervorbringen konnte. Er war entweder einfach noch nicht in Form oder nicht richtig wach. Ich bin doch eigentlich die unkreative, aber gut, wenn es denn sein muss, kann ich auch zu kreativer Hochform auflaufen. Ich ersetzte  bodentiefe gegen ein normale Fenster , ließ hier und da noch ein kleines Fenster einfügen und an anderer Stelle wurde  ein kleines Fenster zu einem bodentiefen Fenster vergrößert. Bis hierhin sollten sich die zu erwarteten Mehrkosten in überschaubaren Grenzen halten.

Als nächstes wurde das Erdgeschoss betrachtet. Hier musste gar nicht mehr viel verändert werden. Das Gäste-WC wurde zugunsten der Küche verkleinert. Ja, richtig, nicht nur, dass die Gäste wie bereits erwähnt im Hauswirtschafts- und Technikraum einquartiert werden, sie bekommen dazu noch gerade so viel Platz, dass sie auf dem Gäste WC ihr Geschäft verrichten und die Patschepfoten waschen könnten, eine Gästedusche gibt es nicht. Im Garten befindet sich ein frostsicherer Wasserkran, der mit einem kurzen Stück Schlauch sicherlich zum Abspritzen genutzt werden kann. Und überhaupt wird das Gäste-WC nur installiert, damit die blasenschwachen Hühner nicht immer in den 1. Stock flattern müssen.

Ein Blick auf die Uhr verriet, dass es inzwischen Zeit für einen Nachmittagssnack war, Herr B. lehnte aber die eilig bereitgestellten Körner und Möhren dankend ab. (Notiz an mich selber: „Unbedingt im Internetz überprüfen, ob Informationen über meine vorzüglichen Kochkünste abrufbar sind, die den guten Mann lieber zum Hungern animierten.)

Weiter ging es also ohne Pause mit der Planung des Obergeschosses. Das Bad ging unter huhnischen Gesichtspunkten überhaupt nicht. Nach einigem Hin- und Hergeschiebe entspricht es jetzt zwar immer noch nicht meinem Traumbad, aber der Hase versprach alles hierfür Erforderliche bereitzustellen. Plötzlich fallen dem Hasen beim Betrachten der Badezimmerwände Kniestockfenster ein. Diese sollen ein bezauberndes Licht in Bad und Galerie werfen. Wofür bitteschön brauchen Hasen beim Besuch der Toilette indirektes Kniestockfenster-Licht? Schön sehen sie ja aus diese Fenster und taktisch gesehen, darf man ja nicht direkt meckern. Mal sehen, was die Aufbepreisung in ein paar Wochen dazu sagen wird.

Nach Stunden des Pixelschubsens auf dem Architektenrechner meldete sich der Beagle gelangweilt zu Wort. Ich schnappte mir die Leine und drehte eine Runde um den Block und damit Theo den letzten Teil des Gespräch genauso friedlich überstehen konnte, bekam er ein schmackhaft getrocknetes Rinderohr als wir wieder oben waren. Ich bot Herrn B. selbstverständlich auch eins an, aber der Mann scheint wirklich gar keinen Hunger zu haben. Da ich aber mittlerweile befürchtete, dass sich evtl. eine Unterzuckerung einschleichen könnte, drängte ich ihm eine Schale mit Keksen auf. Kekse gehen immer!

Nach erfolgreichem Misten-Pimpen folgte dann der langweiligste Teil des Gespräches. Protokoll ausfüllen, Prüfstatikerbestellung, Bauabnahmengedöns. Der Hase hat alles notiert.

Luxusmiste wir kommen! Am 12. Juli ist Tag des Grundstücks-Shoppings.

Fortsetzung folgt…

 

Shopping mit notarieller Beurkundung
Mistengrund und Boden unter architektonischen Gesichtspunkten
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