Home » Blog » Hausbau Allgemein » Shopping mit notarieller Beurkundung

Shopping mit notarieller Beurkundung

NotarHuhnMeine werte Leserschaft,

heute, an diesem äußerst außergewöhnlichen Shopping-Tag möchte ich mich nun einmal persönlich an Siiiieee wenden.

Heute war Shopping angesagt und auf dem Einkaufszettel stand der Mistengrund. Der Tag also, an dem der oberhavelländische Boden, auf dem ich beabsichtige meine Luxusmiste zu errichten, endlich in meine huhnischen Besitzbücher übergehen sollte (den zweibeinigen Anhang bitte ich an dieser Stelle großzügig zu übersehen).

Damit die beiden menschlichen Wesen an diesem Tag keinen Unsinn anstellen konnten, habe ich die Dinge selbst in die Krallen genommen und mich höchstpersönlich mit auf den Weg in das Notariat gemacht.

Obiges Foto präsentiert meine dortige Ankunft. Und was soll ich Ihnen sagen – was mussten meine Hühneraugen erspähen – da hat doch diese Person tatsächlich vergessen das Schuhwerk nach dem Gassigang mit dem Hund zu wechseln und stand im neonfarbenen Joggingschuh an der Einganstüre des Notariats. Unfassbar diese Peinlichkeit!

Der Notarfahrstuhl hielt direkt in der Büroetage und nach dem melodischem „biiiiiing“ der Türöffnung vernahm ich auch schon den Obermistenverwalter Herrn R., der wohl aus Angst, es könne etwas schiefgehen mit dem Verkauf seines Ackers ebenfalls überpünktlich in den Räumlichkeiten des Notars erschienen war. Insgeheim befürchtete er höchstwahrscheinlich der pflanzenfressende und vor sich hin flatulierende Beagle würde sich ebenfalls den Weg in das Notariat bahnen, um den Vertrag zu zerfleddern. Vorsorglich hatte ich das Tier aber bereits am frühen Morgen hypnotisiert und auf Schlaf eingestellt.

Wir wurden in ein Büro geleitet, das bis unter die Decke mit langweiliger Gesetzesliteratur gepflastert war. Obermistenveralter Herr R. verriet uns noch schnell, dass er den Ort Dallgow-Döberitz liebevoll Döbi nenne, was meiner huhnischen Abkürzungsdialektik doch sehr entgegenkommt. Vielen Dank für die Erweiterung meines Wortschatzes. In Döbi wird sie stehen, die Luxusmiste, sofern Madame ihr Schuhwerk unter dem überdimensionierten Tisch versteckt hält, da ansonten die Gefähr bestanden hätte, dass der Herr Notar aufgrund eines Farbschocks dahingeschieden wäre.

Der Herr Notar betrat mit streifig-farbgetupfter Krawatte den Konferenzraum. Ich muss Ihnen, werte Leserschaft, ja gestehen, dass ich ein sehr großer Fan des Rechtsexperten Herrn Büüüüser bin, der ein wahrer Star der ARD Morgenmägazin-Gala ist. Insgeheim hoffte ich also doch auf eine attraktive weißhaarige Erscheinung. Das Haupthaar des Herrn Notars war allerdings das genau Gegenteil von weiß, es erstrahlte für meinen Geschmack eindeutig zu bunt, nämlich in einem haselnußbraun. Zudem war es höchstwahrscheinlich mit einer doch übergroßen Ladung handelsüblichen Sprühlacks aus der Fellabteilung eines Baumarktes am Kofp befestigt .

Der Herr Notar, offensichtlich ein Kavalier der alten Schule und belesen im Knigge, begrüßte zunächst die Dame. „Behalten Sie bloß ihr Schuhwerk unter dem Tisch meine Liebe“ zischte ich! Sie stand auf, schüttelte die Hand und setzte sich wieder, ohne Ihren Namen zu erwähnen, was für ein Fauxpax.. „Huhn heißen Sie meine Liebe, Frau Huhn“! Ach du meine Güte – es war entsetzlich. Zum Glück konnte ich die Situation retten, in dem ich schnell erklärte, dass das die Dame zur frühen Uhrzeit leider hin- und wieder die gute huhnische Kinderstube vergisst.

Es begann dann eine sehr langweilige Lesestunde. Wohlgemerkt, es war die bisher teuerste Lesestunde  meines huhnischen Lebens. Und für diesen Preis, den diese Lesung insgesamt kostete, hätte ich doch ein wenig mehr Intonation und einen leichten Spannungsbogen erwartet. Bei diesem eintönigen Gemurmel stockt einem ja der Dotter im ungelegten Ei. Friedlich schlummerte ich ein und erwachte gerade rechtzeitig als die Kugelschreiber gezückt wurden.

HaseDoebiUnterschrift und endlich – der Mistengrund ging offiziell in meinen Besitz über. Dann kam der Obermistenverwalter Herr R. noch einmal auf mich zu und beglückwünschte mich zum Mistengrundbesitz. Er überreichte mir mit einem Augenzwinkern einen kleinen Präsentjutebeutel, dessen Inhalt eine Flasche köstlichster Schaumwein war. Herr R. ist ganz offensichtlich ein heimlicher Leser dieses Blogs und hatte nicht vergessen, dass ich bei Unterzeichnung des Hausvertrages angemerkt hatte, Schulden seien unter Alkoholeinfluss einfach leichter zu ertragen.

Selbstverständlich dachte er auch an den Hasen, der mit einem Döbi-T-Shirt beschenkt wurde. Herr R. ich bin wirklich sehr beeindruckt, dass sie sich im voraus denken konnte, dass ab heute ein generelles Shopping-Verbot verhängt wurde. Da ist ein T-Shirt eine ganz wunderbare Idee. Damit sie sehen, dass es dem Hasen wirklich ganz wundervoll steht, habe ich extra ein Foto angefertigt. Ich persönlich habe ja mein unverwüstliches Federkleid!

Ich empfehle mich fürs erste, meine Lieben. Es gibt viel zu tun.

Ihr Superhuhn

.

Grundstücksvermessung auf hasisch
Pimp my Miste: Planungsgespräch mit dem Architekten

2 Responses

  1. […] Döbi, unweit unseres Grundstücks findet sich sogar noch eines der letzten “teilweise” noch […]

  2. […] fiel in der Silvesternacht der Startschuss zur Eigenheimplanung.  Seit damals haben wir ein Grundstück gekauft, eine Hausbaufirma gefunden, eine Küche erstanden, Behördengänge erledigt und insgesamt […]

Comments are closed.